Heise 19.05.2026
13:30 Uhr

heise+ | Seagate Firecuda X Vault: externe 20-TByte-Festplatte ohne Netzteil im Test


3,5-Zoll-Festplatten im USB-Gehäuse brauchen ein eigenes Netzteil – bis jetzt. Seagate versorgt seine Firecuda X über USB-C.

heise+ | Seagate Firecuda X Vault: externe 20-TByte-Festplatte ohne Netzteil im Test

Externe Festplatten fallen seit jeher in zwei klar getrennte Klassen: portable 2,5-Zoll-Modelle, die sich allein über USB versorgen, und stationäre 3,5-Zoll-Geräte mit externem Netzteil. Mit der Seagate FireCuda X Vault liegt nun eine 20-TByte-Platte im 3,5-Zoll-Formfaktor auf dem Tisch, die ausschließlich über USB-C mit Strom versorgt wird – kein Steckernetzteil, kein Y-Kabel, nur ein einziges Kabel zum Host.

Vor dem Test der FireCuda X lohnt ein Blick darauf, warum dies so ungewöhnlich ist. Denn gleich drei Dinge sprechen dagegen, eine 3,5-Zoll-Festplatte per USB zu versorgen: Spannung, Dauerleistung und Anlaufstrom. Klassische USB-Ports liefern 5 Volt. Eine 2,5-Zoll-Festplatte kommt damit aus, die 3,5er aber benötigen zusätzlich 12 Volt. Das Gehäuse muss also die zweite Spannung per DC-DC-Wandler aus der USB-Speisung erzeugen.

Der zweite Engpass ist die Leistungsbudgetierung des USB-Standards selbst. 12 Watt Dauerleistungsaufnahme haben wir bei einigen Laufwerken bereits gemessen, aber ältere USB-A-Buchsen liefern deutlich weniger: USB 2.0 muss bloß 2,5 Watt bereitstellen, USB 3.0 immerhin 4,5. Zwar liefern viele Buchsen mehr, aber darauf kann man sich nicht verlassen. Bei früheren USB-Platten fand sich im Lieferumfang häufig ein Y-Kabel, welches zusätzliche Leistung von einem zweiten USB-Port zuführen sollte – das war zwar in der Spezifikation nicht vorgesehen, hat aber meistens funktioniert.